estefy en Mexico

Freitag, Oktober 24, 2008

Hola chicos!

Wir zwei sind gut in Peru angekommen! Nach dem luxerioesen 10-stuendigem Lufthansaflug gab es nach einem kurzen Zwischenstopp in Caracas 4 Stunden Angst und Turbulenzen in der Tacna-Maschine nach Lima. Nachdem wir brav ein sicheres Taxi in unser Hotel genommen haben (es gibt jede Menge nicht registrierte Taxen in Lima, auf die man besser verzichten sollte es sei denn man will entfuehrt und ausgeraubt werden), bekamen wir auf der Fahrt den ersten Eindruck von Lima: versmogt, duester, dreckig, zerfallen, sehr arm, keine anderen Touristen, ein paar schoene Kolonialgebaeude. Da wir im Gegensatz zu allen anderen Touristen unser Quartier im Zentrum und nicht im schicken Stadtteil Miraflores hatten, wurde uns direkt nahegelegt nach Anbruch der Dunkelheit das Hotel nicht mehr zu verlassen (und das ist schon um 19 Uhr der Fall...ein Kartenspiel fuer lange Abende wurde direkt mal gekauft). Unser Hotel war zwar etwas muffig und traeumte vom Glanz vergangener Tage; es war dennoch sehr herrschaftlich und Ort von staendig stattfindenen, wichtigen Kongressen....ausserdem gab es dort das Nationalgetraenk Perus, den "Pisco Sour" zu trinken :-) (Piscoschnaps, Limettensaft, Zucker und ein aufgeschlagenes Eiweiss). Auch wenn Lima definitiv keine Traumstadt ist, haben wir beide uns gut darin zurechtgefunden und man merkt anhand der schoenen Kolonialhaueser, die aber bei naeherem Hinsehen nur noch einer Baracke gleichen, dass diese Stadt mit mehr Geld wesentlich glanzvoller sein koennte.
Die generelle Armut des Landes Perus wurde uns dann weiter bewusst nachdem wir mit dem Bus die Suedkueste Richtung Pisco langfuhren. Die Fahrt fand mit der "schicken" Busgesellschaft Flores statt (Zitat des Taxifahrers der uns zum Busbahnhof brachte: "Ich wuensche Euch viel Glueck!!!"...dies wurde begleitet von einem letzten Haendeschuetteln?!). Waehrend der Busfahrt stiegen staendig Leute ein um fuer ein paar Soles ihre Fruechte, Snacks oder auch zusammenklappbare Zahnbuersten und gegen Impotenz und Diabetes wirkende Schokolade an den Mann zu bringen und nach 50 Kilometern wieder auszusteigen. Im Gegensatz zu Deutschland scheint in Peru zumindest jeder zu versuchen auf irgendeine Art und Weise sich etwas Geld zu verdienen.
Nun sind wir in Pisco agekommen. Nach dem Lonely Planet-Reisefuehrer haben wir ein nettes Staedtchen am Meer erwartet - leider hatte dieser noch nicht das am 15. August 2007 stattfindende Erdbeben beruecksichtigt. Dabei wurde Pisco zu 80 Prozent zerstoert und wir zwei befinden uns gerade in dem wohl einzigem noch erhaltenden dreistoeckigem Gebaeude der Stadt..ein sehr nettes, familienbetriebenes Hostel. Morgen schauen wir uns die Islas Ballestas und den Nationalpark Paracas an und hoffen Seeloewen, Pinguine, Flamingos, Delphine und viele Guano-produzierende Voegel zu sehen. Fuer alle die es nicht wissen: Guano ist Vogelscheisse und wurde Dank seiner Nutzbarkeit als Duengemittel im 19 Jahrhundert Perus wichtigstes Exportprodukt (es gab sogar einen "Guanokrieg" zwischen Spanien und Peru). Daher gilt auf der Bootstour morgen: Kopfbedeckung ist Pflicht.

Wir lassen bald wieder von uns hoeren und dann gibt es wahrscheinlich auch mal ein paar Fotos...
Bis dahin! Wir freuen uns ueber jede Nachricht von Euch!

Ganz liebe Gruesse aus Pisco vom anderen Ende der Welt!

Anja und Steffi (mit dem ersten dicken Sonnenbrand)

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4 Comments:

Blogger Unknown said...

man merkt, das ihr beide gerade erst eure dipl abgegeben habt ... ;-) viel spass am machu picchu und passt mit dem pisco sour auf: ein faules ei kann einem echt den tag verderben!

25. Oktober 2008 um 01:58  
Anonymous Anonym said...

Hallo chicas,
ein toller Bericht. Kann mir alles gut vorstellen, habe die Stadt auch leider so in Erinnerung. Habe meiner Gastfamilie in Lima noch gemailt. Vielleicht melden Sie sich noch bei Dir, Steffi. Aber ihr kommt ja wohl nicht mehr nach Lima zurück,gell? Wünsche Euch viel Spaß bei der nächsten Etappe.

Isa

25. Oktober 2008 um 06:08  
Blogger Kathrin.Frank said...

Hi Steffi,
schön was du schreibst, kann mir alles richtig vorstellen. Das ist ja hart mit dem Erdbeben. Schon komisch dass wir hier nichts davon erfahren haben. Ich freue mich, von dir/euch weiterhin tolle Reiseberichte zu lesen. Mir geht es sehr gut in deiner Wohnung. Alles ok und auch die neue Arbeit gefällt mir gut! Hab auch schon ein paar Hausbewohner kennen gelernt. Entonces, suerte! besos Kathrin

25. Oktober 2008 um 08:20  
Blogger Diego M. said...

...und jetzt stellt Euch mal fuer einen Moment vor Ihr seid gross, blond und allein unterwegs. Könnt Ihr Euch vorstellen, welche Höllenqualen ich durchleiden musste???
Kleiner Scherz, so schlimm wars nicht...:o)!

Hättet Ihr mal nicht das Geld am falschen Ende gespart und für 20€ eine neue LP Edition erstanden, wärd Ihr jetzt nicht "sauer" in Pisco:o)!

Hoffe, Ihr habt eine lustige und im weiteren (im positiven Sinne) sehr beeindruckende Reise,

Dirk

25. Oktober 2008 um 09:22  

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