estefy en Mexico

Donnerstag, Januar 22, 2009

Hallo zusammen!

Dies ist nun wirklich unser letzter Blog, sorry schonmal fuer die Laenge und die Menge an Fotos - habt ihr halt gut was zu gucken :-) ...

Nachdem wir uns das letzte mal aus El Calafate an Heiligabend gemeldet hatten, sasst ihr wahrscheinlich mit der Familie beim Fondue oder Raclette waehrend wir zwei im Hostel bei einem deftigen argentinischen Barbeque Weihnachten gefeiert haben. Auch wenn sich die Hostelleute echt viel Muehe mit dem Essen gegeben haben, war es schon ein merkwuerdiges Fest – vor allem dann als um 24 Uhr mit Sekt angestossen wurde und draussen ein Feuerwerk losging… Das erinnerte dann doch mehr an Silvester als an die Geburt Jesu!


Weihnachten oder Silvester???

Am 25. ging es dann fuer uns los zum nahegelegenen Gletscher “Perito Moreno” (der einzige Grund welcher uns in dieses Doerfchen verschlagen hat). Das riesige Gletscherfeld mit seinem tuerkisblau schimmernden Eis war echt ein Highlight! Da konnte uns auch das eher truebe Wetter die Stimmung nicht vermiesen.


Der Perito Moreno... RIESIG!!!

Von El Calafate ging es mal wieder ueber die Grenze nach Chile (diesmal mussten wirklich unser Honig und die Knofi-Zehen dran glauben). Unser Ziel war Puerto Natales, von wo aus wir zu unserem 5 Tages Trekking- und Zelttrip in den Nationalpark "Torres del Paine" aufgebrochen sind! Wir waren voll beladen bis obenhin mit kompletter Campingausruestung (Zelt, Schlafsaecken, Campingkocher,...) und natuerlich Essen fuer 5 Tage (Porridge, gaanz viele Nuesse und Trockenfruechte, eine Riesensalami, Craecker... sprich kalorienreiches und platzsparendes Essen). Der Nationalpark ist wirklich traumhaft schoen! Es gibt tolle Gletscher und schneebedeckte Berge - darunter die bekannten "Torres": 3 nebeneinander liegende riesige, turmfoermige Felsen. Ausserdem sieht man im Park ne Menge vom Gletscherwasser tuerkisblau gefaerbte Lagunen (wie in der Karibik!). Das Wetter ist allerdings unberechenbar! Im einen Moment ist man mit Muetze, Schal, Handschuhen, Fliess und Regenjacke ausgestattet, weil es entweder regnet oder ein unglaublicher Wind weht (wir hatten zum Teil 100 km/h Windgeschwindigkeit!!!). Ein paar Minuten spaeter zieht man “alles” wieder aus weil die Sonne auf einen runter brennt! Ebenso extrem wie das Wetter sind auch die Wanderungen! Vom Schwierigkeitsgrad war zwar der Incatrail in Peru anstrengender aber beim Torres del Paine Trek geniesst man (leider) nicht den Luxus von Personen, die fuer einen saemtliche Ausruestung tragen, das Zelt auf- und abbauen, kochen und spuelen, ...! Ausserdem kamen wir auch nicht in den Genuss von heissem Tee, den uns die Traeger jeden Morgen ans Zelt brachten :-( … Tja, und leider haben wir zwei uns am Anfang des Torres-Treks ein wenig auf die faule Haut gelegt: wie kann man bloss in einem Minizelt bei heulendem Wind im wunderschoenen Nationalpark bis 10 Uhr im "Bett" (Zelt) liegen bleiben :-) ??? Das hat sich dann in den letzten Tagen des Treks geraecht! So mussten wir an Silvester mit unserem (geschaetzen) 12 kg schweren Rucksack 10 Stunden lang laufen! Am Zeltplatz angekommen, hatten wir zumindest unglaubliches Glueck noch 2 Plaetze fuer das tolle Silvesterbuffet im angrenzenden Hostel zu reservieren! So gab es statt dem geplanten (auf dem Campingkocher) gebrutzelten Reisgericht ein riesiges 3-Gaenge Buffet vom Feinsten! Allerdings waren wir 2 soo erschoepft und der Gedanke an unseren auf 4.30 Uhr gestellten Wecker (um am naechsten Tag noch zu den tollen Torres zu laufen..) hat uns dann schon um 22 Uhr ins Zelt getrieben... Silvester haben wir also das erste Mal wieder seit ca. 25 Jahren verpennt!! Dafuer haben wir aber wenigstens um 20 Uhr mit anderen Deutschen aufs deutsche Neujahr angestossen! So ganz schaemen muessen wir uns also nicht :-)!


5 Tage Trekking im Torres del Paine erfordert einiges an Verpflegung!


Fast ein bisschen kitschig :-)


Wunderschoenes Panorama...


Die Landschaft kann nur schwer vom 12kg-Rucksack ablenken :-)


Abends wird dann nach 10 Stunden Wanderung bei heulendem Wind versucht Nudelwasser zum Kochen zu bringen...HUNGER!


Endlich oben bei den Torres (6 Uhr morgens) - das hat sich gelohnt!!!

Unser naechster Stop fuehrte uns in die suedlichste Stadt der Welt: Ushuaia in/auf Feuerland! Von hier aus starten die Kreuzer in die Antarktis (1-2 Tage entfernt)! Wir haben mal wieder grunzende Seeloewen und pinguinartige Voegel beobachtet und einen Ausflug in den Nationalpark gemacht. Dort kann man die typische Landschaft Feuerlands geniessen: umgeben von schneebedeckten Bergen gab es VIEL Wald und schoene Seen in einer gruen-gelben Graslandschaft, die von abgestorbenen, weissen Baumen durchzogen ist. Letzteres ist angeblich die Schuld der Biber, die von Einwanderen in das Land gebracht wurden und von deren Nageattacken sich die Baeume Feuerlands nicht erholen koennen. Wirklich sehr schade aber der Biberdamm den wir uns angeschaut haben (leider ohne Bewohner) war schon ziemlich eindrucksvoll.


Blick auf Feuerland


Der Biberdamm im Nationalpark Tierra del Fuego (Feuerland)

Von Ushuaia aus ging dann unser Flieger nach Buenos Aires - naja, zumindest war das so geplant. Als wir allerdings am Flughafen ankamen, erwartete uns eine riiiesige Schlange vor dem Abflugschalter. Da wir noch frueh dran waren, fanden wir das eigentlich nur lustig und Anja zog los um ein Foto der Schlange zu machen. Sie kam voellig aufgeloest zurueck und meinte man haette ihr gesagt, wir sollen ganz ganz schnell in einen Bus steigen. HÄÄ ??? Als uns das Paerchen vor uns in der Schlange dann noch erzaehlte, dass wohl keine Fluege von Ushuaia abgehen da der Radar ausgefallen ist (!!!), beschlossen wir das doch lieber mal zu klaeren…und schafften es so gerade noch in den Bus zu steigen! Wir wurden dann mit den anderen Fluggaesten ins 3 Stunden entfernte Rio Grande zum Militaerflughafen gekarrt! Naja, Flug verlief dann gut und ausser das wir einige Stunden spaeter als geplant ankamen, haben wir es sicher nach B.A. geschafft.

Und da sind wir jetzt und geniessen das Grossstadtleben! Zu allererst hat uns ja die liebe Lena aus Koeln besucht mit der wir dann ein paar Tage durch die Stadt gezogen sind! Am Sonntag war dann wieder die Trennung angesagt (sie nach Mendoza, wir nach Iguazu) aber vorher ist noch das so ungefaehr schrecklichste passiert was einem armen jungen Maedchen auf Reisen passieren kann: Anjas Tasche wurde geklaut! Voellig dreist in einem Internetcafe haben 2 Typen den Kassierer abgelenkt waehrend der 3. vor Anjas Computer-Box irgendwie ihre Tasche unten rausgezogen hat!!! Moeglich dass sogar noch andere Taschenschieber-Helfer involviert waren. Die boese Tat haben wir natuerlich direkt der Polizei gemeldet die mehr mit uns gescherzt haben als uns zu helfen... Mittlerweile haben wir auch das Ueberwachungsvideo – einfach unglaublich wie unverschaemt man sein kann!!! Anja hat sich eine Kopie des Videos machen lassen, ihr koennt euch also auf ein spannendes und gleichzeitig erschreckendes Filmchen "freuen"! Das aergerliche an der ganzen Sache ist, dass wir morgens aus dem Hostel ausgecheckt haben und daher wirklich ALLES in dieser Tasche war: Kamera, Portemonnaie mit 2 Kreditkarten plus Bargeld, iPod, 17GB-USB-Stick, Handy… und natuerlich der Reisepass. Einen Ersatz haben wir zum Glueck mittlerweile bei der Botschaft bekommen, die Heimreise ist also nicht gefaehrdet… Und hoffentlich erstattet die Reisegepaeckversicherung was!


Besuch aus Koelle von der Lena


Zwei Hundesitter mit jeweils ca. 10 Hunden - typisch fuer Buenos Aires!


Der unheimliche Friedhof Recoletta in B.A.... Hier liegt auch "Evita" begraben!


"Ausflug" zur deutschen Botschaft

Zwar hat uns die Taschen-Story ganz schoen die Laune verdorben aber wir haben beschlossen, trotzdem noch am selben Abend Richtung Iguazu zu fahren: unsere letzte lange Busfahrt (18Std). Das Highlight vor Ort sind die Cataratas, RIESIGE und vor allem VIELE Wasserfaelle. Da kann man gut und gerne den ganzen Tag verbringen. Hatten leider unheimlich schlechtes Wetter. Aber trotzdem war alles wunderschoen. Haben uns den Park dann am naechsten Tag nochmal bei Sonnenschein angeguckt, einfach umwerfend!!!


Die Iguazu-Wasserfaelle - man beachte den Schmetterling :-) Erstere aber auch letztere waren riesengross!


Und nochmal Iguazu...

Danach ging es so ziemlich direkt auf in die Pampa! Fuer die, die die Pampa nicht kennen: hier kommt das gute, argentinische Steak her :-) Dieses weidet auf den endlosen, normalerweise gruenen Wiesen (herrscht gerade eine schreckliche Duerre dort). Wir waren die einzigen beiden Gaeste auf einer 1800 Hektar grossen Farm. Kamen daher in den Genuss genau dann reiten zu koennen wann wir wollten und auch immer mit der Betreiberin der Estancia zu essen. Das war echt eine superinteressante, taffe Frau, die uns ne Menge ueber die Geschichte Argentiniens erzaehlen konnte. Unter anderem auch ueber die aktuelle Duerre in der Pampa! Diese ist so schlimm, dass wir selber auf unseren Ausritten viele tote haessliche geierartige Riesenvoegel und sogar ein totes Schaf gesehen haben! Dem See fehlten leider auch ein paar Meter, sodass ueberall Fischgerippe und alte Knochen von Pferden und Kuehen herumlagen. Lecker.


Ausritt durch die Pampa


Die Pampa in der Abendsonne

Nach der Pampa haben wir die letzten Tage noch bei an die 40 Grad und Sonnenschein in Buenos Aires genossen! Das ist echt eine geniale Stadt! Beispielsweise das trendige Palermo; ein wenig so wie London mit dutzenden Laeden kleiner, ausgeflippter, billiger Designer und tollen Bars und Restaurants. Oder auch San Thelmo (wo unser Hostel liegt) mit seinen schoenen Kolonialhaeusern und flohmarktaehnlichen Antiquitaetenlaeden. Dazu gibts viele Parks und natuerlich Tango und Riesensteaks!

Mit Lena haben wir uebrigens eine Milonga besucht, das ist ein Ort wo ganz normale Argentinier zusammenkommen um Tango zu tanzen! Also keine teure, touristische, professionelle Tangoshow die´s hier auch ueberall gibt. Daher hat die Milonga einen ganz besonderen Charme. Witzig, die voellig unterschiedlichen Paare zu beobachten. Ob dick, duenn, begabt oder auch nicht... Sogar ein paar Backpacker samt Trekkingsandalen waren auf der Tanzflaeche zu bestaunen (nein, nicht wir ;-)).

Und Steaks haben wir auch genossen! Die sind hier echt so dick und riesig... einfach lecker! Hatten sogar die Ehre zum richtigen, argentinischen BBQ eingeladen zu werden. Und zwar von zwei Argentiniern, die Anja noch aus ihrer Kopenhagenzeit kannte. In einem netten Haeusschen mit Pool wurden wir wirklich fuerstlich bewirtet und sogar von der Mutter mit Ohrringen und haesslicher Blume fuers Haar als Gastgeschenk bedacht. Aber die Geste zaehlt, echt suess :-).

Beinahe waeren wir allerdings in B.A. schon wieder beraubt worden!!! Wir waren in La Boca, welches generell ein aermeres Stadtviertel ist. Es hat allerdings ein paar sehr touristische Strassenzuege, wo man die bunten Wellblechhaeuser bestaunen kann fuer die La Boca bekannt ist. Und dort auf einer Touri-Strasse am hellichten Tag hat jemand auf einem Mofa beim Fahren versucht, Anja beim fotografieren die Kamera aus der Hand zu reissen - Gott sei Dank hatte sie die Schlinge ums Handgelenk gemacht und hat so gut festgehalten, dass der Dieb keine Chance hatte! Sonst waere auch noch Steffi´s Kamera futsch. Alptraum!


Das ist beim BBQ neben Wuerstchen, geschmolzenem Kaese und viel Bier und Wein in unseren Maegen gelandet :-)


Der Plaza del Mayo - man beachte das rosa Haus, auf dessen Balkon Evita zur Menge sprach!


La Boca - das bunte, arme Stadtviertel indem wir beinahe wieder beraubt wurden.

Tja, jetzt sind die 3 Monate tatsaechlich vorbei! Heute abend gehts mit dem Flieger Richtung Heimat... So schoen das Reisen auch ist (abgesehen von versuchten und erfolgreichen Raubueberfaellen) freuen wir uns beide total auf Deutschland und Euch!!! Wir hoffen ihr habt durch unsere Blogeintraege ein bisschen Suedamerika erleben koennen, bald gibts dann live-Erzaehlungen :-) Morgen (23.) landen wir nachmittags in Frankfurt und werden dann hoffentlich die meisten von Euch sehr bald wieder in die Arme schliessen koennen!

In diesem Sinne: Hasta pronto!
Eure Anja und Steffi

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Mittwoch, Dezember 24, 2008

Hallo zusammen!

Schoene Weihnachtsgruesse aus dem leider nicht sehr weihnachtlichen El Calafate (Argentinien). Einfach unmoeglich bei Sonnenschein und 25 Grad Weihnachtsgefuehle zu entwickeln :-)!

Haben zumindest in letzter Zeit versucht ein bisschen die Vorweihnachtszeit zu geniessen. So haben wir z.B. etliche argentinische Supermaerkte in Mendoza (Argentinien) nach deutschem Christstollen fuer unser Nikolausfruehstueck abgesucht (in Chile gabs den echt!). Im Endeffekt haben wir uns mehr schlecht als recht selber einen gebastelt - aus italienischem Panetonne und Marzipan :-). Und dazu gabs die suendhaft teure Apfel-Zimt-Kerze plus gleichschmeckender Teemischung und Muesli!

Nach Mendoza ging es dann wieder rueber nach Chile. Die Chilenen passen echt auf, dass keine Seuchen in ihr Land getragen werden. So stehen an der Grenze riesige Verbotsschilder fuer Aepfel, tierische Produkte und einige andere Lebensmittel. Wir hatten uns natuerlich schoen fuer die Busfahrt mit verbotenem Gut eingedeckt und besassen dazu noch eine volle Lebensmitteltuete unserer letzten Kochabendreste (sind jetzt unter die Selbstkocher gegangen, es ist in Chile und Argentinien einfach zu teuer immer essen zu gehen). Nachdem wir uns schweren Herzens zumindest von unseren Aepfeln getrennt haben, haben wir es mit dem Plan, uns voellig nicht-Spanisch-sprechend zu stellen (und am besten gleichzeitig noch blind zu sein fuer saemtliche fetten Verbotsschilder) geschafft, unser Schmuggelgut auf die chilenische Seite zu transportieren... Wenn ihr also von einer Seuche in Chile lest... :-)

In Chile stand das chilenische Seengebiet auf dem Programm: Eine wunderschoene von Seen und Vulkanen durchzogene GRUENE Landschaft mit suessen Holzhaeusern, die sehr an die Schweiz erinnert. Und witzigerweise auch mit deutschem Einfluss! Hier haben sich wohl um 1850 einige deutsche Siedler niedergelassen, was man heute beispielsweise noch an dem Begriff "Kuchen" merkt, der hier an jeder Ecke angeboten wird. (Der Himbeer-Streuselkuchen schmeckte "wie bei Mutti" ;-)). Will man lieber was echtes chilenisches essen, so greift man zum Completo: Eigentlich nichts weiter als ein Hotdog mit Guacamole... Aber lecker!


Anja und ihr Completo: erst ein noch eher skeptisches Beschnueffeln - nach 5 Sekunden nix mehr da :-)

Erster Stopp war Pucon, ein wirklich schoenes, kleines Staedtchen mit See und Blick auf einen schneebedeckten (noch aktiven!) Vulkan. Es gibt sogar vor dem Rathaus eine Ampel, die anzeigt wie stark die Gefahr ist die von dem Vulkan ausgeht...gruselig. Jeden Tag um 12 gibts Probesirenenalarm. Der letzte Ausbruch ist allerdings schon ueber 20 Jahre her (trotzdem hat uns eine ploetzliche Sirene um ca. 18:23 und 11 Sekunden dann schon sehr irritiert)...


"Die" Ampel...


...und der Vulkan dazu!

In Pucon hatten wir uebrigens das erste Mal einen "Hostel-Hund", die suesse Huendin Negra. Bis dahin kannten wir Hunde nur als reine Strassen-"Koeter" die keinem gehoeren, in Banden durch die Stadt ziehen und nachts heulend ihre Kaempfe austragen - das organisierte Verbrechen von Suedamerika ;-). Mittlerweile tragen die meisten Hunde Halsbaender und gehoeren irgendwem... Aber zu unserem "alltaeglichen" Joggen (um das auch mal zu betonen ;-)) gesellt sich immer noch gerne eine Hundeeskorte dazu.

Neben den heissen Quellen (in denen wir uns ueber 2 Stunden wie in einer heissen Badewanne suhlten :-)) war unser Highlight in Pucon unser Raftingtripp!! "Eingesperrt" in einem Schlauchboot mit 4 brasilianischen Jungs die als Schlachtruf unseres Bootes erstmal das Wort "Sexo" waehlten (heisst genau das, was man denkt!) und einem voellig verrueckten aber netten Guide gings auf einen Fluss mit Stromschnellen der Stufe IV (fuer die Kenner unter euch). Bei einer Stecke mit Stufe 6 durften/mussten wir sogar 100m an Land laufen - vielen Dank :-)!! Neben einigen "Sackgassen" an riesigen Steinen sind wir auch einige Male ins Flusswasser gekentert - manchmal gewollt (der Guide hat sich mit seinem Kommando "alles Gewicht auf die rechte Seite" einen Spass erlaubt) und manchmal tatsaechlich ungewollt (nicht sooooo schoen) - fuer diese Faux-Pas schuldet er den anderen Guides jetzt einen Kasten Bier! War aber ein wirklich geniales Erlebnis diese Fahrt!!


Schickes Outfit - Wir sind bereit!!!


Ohhhh, das ist schooeeeen!! Relaxen im Babybecken :-)

Als naechstes ging es dann weiter im Seengebiet nach Puerto Varas. Auch hier ein wunderschoener See mit Blick auf mehrere schneebedeckte Vulkane. Haben einen Ausflug in den nahegelegenen traumhaften Nationalpark Vicente Peréz Rosales gemacht: Ausgeruestet mit Bikini wollten wir eigentlich im wunderschoenen azurblauen See oder dem turkisfarbenen Fluss baden :-). Aber schon im Guide stand ueber den Nationalpark, dass man mit laestigen "horseflies" zu rechnen hat. Haben trotzdem nie gedacht, dass die wirklich so furchtbar sind. Wie eine Plage stuerzen sich diese ca. 3 cm langen dicken schwarzen Monster in Scharen auf Dich und beissen ein Stueck Fleisch aus deiner Haut (was sich jetzt schlimmer anhoert als es ist...tut ansich nicht weh und hinterlaesst auch keine Spuren aber man erschreckt sich einfach total). War wohl nix mit Baden... :-(


Raetsel: Wieviele Horseflies sind auf diesem Bild??


Einer der Wasserfaelle auf dem Weg!


Morgennebel ueberm See...

Waehrend unserer weiteren Zeit in Puerto Varas wollten wir eigentlich Canyoning gehen (mit Neoprenanzuegen Wasserfaelle runterspringen und so :-)) aber leider haben das Wetter, Anja´s Husten und Steffi´s noch-fast-Husten sowie ihr entzuendetes Auge (jaaaa, wir haben halt immer was zu jammern ;-)) diesen Ausflug unmoeglich gemacht. Stattdessen haben wir uns entschieden zum Arzt zu gehen. Das bedeutet in Chile, sofern man direkt behandelt werden moechte und es sich leisten kann (husthust), dass man in die Notaufnahme des Krankenhaus geht :-). Fuer ca. 30 Euro pro Person kamen wir endlich in den Genuss einer richtigen aerztlichen Diagnose (die Apotheker hier sind reine Verkaeufer und haben keine Ausbildung/Ahnung von Medizin). War auf jeden Fall sinnvoll dass wir da waren, weil wir unsere Erkaeltung schon seit Wochen mit uns rumschleppen. Allerdings kam sich Steffi ein wenig deplaziert vor, weil sie ansich schon fast wieder gesund war und trotzdem als Erste unter besorgten Blicken des Arztes den Blutdruck und Fieber gemessen bekam... Anja hat wohl eine sehr seltene Art von Husten (???). Naja, wie auch immer, wir haben jede Menge teure Medikamente bekommen die auch zum Glueck langsam anschlagen (na hoffentlich bezahlt das die Auslandskrankenversicherung)...


Ein ereignisreicher Tag in der Notaufnahme!

Von Puerto Varas aus gings dann mal wieder zur Abwechslung nach Argentinien ins Seengebiet, genauer gesagt nach Bariloche. Um auch die umliegende Landschaft zu erkunden haben wir mal so richtig tief in die Tasche gegriffen und uns ein Auto geliehen! Wir sind zu einem Nationalpark mit vielen Seen und einem grossen weissen und einem kleinen schwarzen Gletscher gefahren (der ist wirklich schwarz!).
Aufregend war aber hauptsaechlich die Fahrt dahin: ueber Stunden hinweg gings Schotterpisten entlang, aber mit ein wenig mehr Tempo macht auch das riesig Spass :-).


Auch ohne schwarz-weiss-Modus bleibts schwarz und weiss!!


Hier will man bleiben...eine der Lagunen auf unserer Fahrt!

Leider hat uns das Wetter den restlichen Aufenthalt in Bariloche nicht wirklich versuesst (es kann auch regnen in Suedamerika!), daher sind wir ganz froh, jetzt in El Calafate wenigstens zu Weihnachten Sonnenschein zu haben! Auch wenn der Wind hier ganz schoen fegt. Morgen werden wir uns einen grossen grossen Gletscher angucken (den Perito Moreno). Und uebermorgen bewegen wir uns erneut auf chilenisches Gebiet und werden mal wieder an unsere koerperlichen (und seelischen) Grenzen stossen: 5 Tage Hardcore-Trekking + Campen (haha) im beruehmten Nationalpark Torres del Paine. Diesmal keine gefuehrte Tour und ohne Traeger fuer unser Gepaeck :-( Das kann ja was werden! Vor allem unser Silvester wird dieses Jahr sehr ungewoehnlich ausfallen!

Ihr koennt euch also auf ein paar aufregende Geschichten im naechsten Blog freuen :-)
Wir wuenschen euch allen Frohe Weihnachten und schoene Feiertage und natuerlich schonmal einen guten Rutsch ins Neue Jahr!!

Bis bald
Eure Anja und Steffi


Frohe windige aber SONNIGE Weihnachten :-)

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Montag, Dezember 08, 2008

Hallo, ihr Lieben!

Schoene Gruesse aus Mendoza (Argentinien), die Stadt der ca. 5 Stunden andauernden Siestas (es ist aber auch wirklich richtig warm hier :-)), des Abendessens um ca. 21.30 Uhr, der riesigen argentinischen Steaks und der viiielen guten und guenstigen Weine!

Seit unserem letzten Bericht ist wieder einiges passiert.
Nach der Abreise aus La Paz ging es nach Potosi (Bolivien), das (mit 4070m ueber dem Meeresspiegel) hoechst gelegenste Staedtchen der Welt. Die Stadt lebt lediglich von ihrer Silbermine, welche wir uns dann direkt mal angeschaut haben!
Die Minentour startete mit dem Einkaufen von Geschenken fuer die Mineros (Arbeiter in den Minen). Denen kauft man dann so nette Sachen wie Dynamit und Cocablaetter. Letzteres hilft vor allem gegen den Hunger - in den Minen wird naemlich nichts gegessen, da alles Essen sofort von Staub und giftigen Gasen verschmutzt werden wuerde (und so ein Arbeitstag dort dauert ca 10-12 Stunden).
Ausgestattet mit Gummistiefeln, Gummihose, Hemd und Helm samt Lampe ging es dann rein in die Mine zu den netten giftigen Gasen! Zu dem Gefuehl nicht mehr atmen zu koennen, kommt eine unglaubliche Hitze. Dazu bewegt man sich zum Teil kriechend durch die engen Gaenge der Mine. Und ab und an wird man mal eben an die Seite gebeten, da ein kleiner Waggon, beladen mit Steinbrocken "voller" Silber und anderer Metalle, auf den Schienen angeschossen kommt. In dieser Mine ist es wirklich kein Problem, leichte Anfaelle von Klaustrophobie zu entwickeln! Wir zwei wollten auch irgendwann einfach nur noch raus aus dieser Hoelle. Gut geholfen gegen die leichte Panik und Fluchtgedanken hat Anjas Tipp, sich vorzustellen, man wuerde gerade durch die Silbermine im Phantasialand fahren und die Waende bestehen alle nur aus Pappe :-)!! Wenn man es schafft die Panik auszuschalten, ist die Mine aber ein absolutes Erlebnis! Die Mineros dort arbeiten uebrigens unter den einfachsten Bedingungen. So wird mit einem kleinem Meissel und ca. 4 Stunden Zeitaufwand ein Loch fuer Dynamit in den harten Fels gehauen (um dann anschliessend ca. 1 qm Felsen rauszusprengen). Diesen harten Job als Minero beginnt man meist schon mit ca. 14 Jahren (Kinderarbeit ist zwar offiziell in Bolivien verboten, aber leider kontrolliert die Regierung die Einhaltung dieses Gesetzes nicht). Die durchschnittliche Lebenserwartung der Mineros betraegt nur 45 Jahre! Wer "Glueck" hat und eine Lungenfunktion von nur noch 20 Prozent nachweisen kann, kommt in den Genuss einer staatlichen Rente - dies aber leider auch nur noch fuer die ca. 5 restlichen Jaehrchen die einen bei einer solchen Lunge noch zu leben bleiben. Das einzig "Gute" was man zu dieser Mine sagen muss: Die Mineros arbeiten dort freiwillig (gut, es gibt in Potosi nicht wirklich viele andere Jobs) und fuer ihre eigene Tasche. Sie sind in einer Art Kollektive organisiert und es gibt keinen Besitzer, der sie irgendwie ausbeuten koennte.
Ende dieser wirklich eindrucksvollen Tour bildete, zurueck im Tageslicht, das Zuenden einer Dynamitstange. Mit brennender Lunte gabs dann fuer jeden das typische Touri-Foto, bevor einer der Mineros mit der tickenden Zeitbombe wegeilte und wir noch eine nette Explosion erleben durften!


Der Minero haut das 4Std-Loch fuers Dynamit!


Wir haben´s ueberlebt!!!

Von Potosi ging es dann weiter nach Uyuni (immer noch Bolivien), eine Stadt die selber nicht viel zu bieten hat ausser als Ausgangspunkt der Touren zu der gleichnamigen Salzwueste zu dienen. Da ging es auch am naechsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein mit Jeep + Rucksaecken auf dem Dach hin (haben wir schon erwaehnt dass wir hier gerade durchschnittlich 25-30 Grad haben?! ;-)). Die Salzwueste ist echt unglaublich schoen: Salz soweit das Auge reicht (ein wahres Paradies fuer Anja!!). Das Weiss blendet richtig in den Augen, wie Schnee! Leider hat das Salz auch seinen Nachteil: die Salzkruste auf der Oberflaeche ist messerscharf und hat leider Anjas Knie bei einem missglueckten Handstand aufgeschnitten. Hat gut gebrannt... Die Nacht haben wir in einem Salzhotel uebernachtet, d.h. die Waende, Stuehle, Tische, Betten etc. waren aus Salzsteinen. Sehr witzig irgendwie. Nur wenn man irgendwo drangestossen ist, hatte man direkt ´n dicken Kratzer. Ansich eine nette Unterkunft, bis auf die Tatsache vielleicht, dass unsere Koechin uns tatsaechlich weis machen wollte, dass die umherkriechenden Motten und Fliegen in der Salzpackung Oregano sind. Haha...


Der "Salar de Uyuni"!


Anja in ihrem persoenlichen Schlaraffenland!


Steffi besteigt die beruehmte "Wasserflasche" ;-)

Ausser der Salzwueste haben wir auf der Tour noch so einige Lagunen gesehen, eine schoener als die andere, und allesamt voll mit rosafarbenen Flamingos! Am tollsten war die Laguna Colorado, oder auch rote Lagune genannt, weil sie total rot schimmert (wegen der Algen)! Wunderschoen! Erwaehnenswert sei nur noch der letzte Morgen, an dem wir um 4 Uhr nachts bei -10 Grad aufstehen mussten!!! Die Wueste ist nachts eine einzige Tiefkuehltruhe! HORROR!!! Wir haben einfach nur ein paar weitere Schichten mehr ueber unsere Schlafklamotten gezogen und haben uns in den Jeep gekuschelt. Sind dann zu den Geysiren gefahren, welche sich schon von weitem durch eine riesige Dampfwolke mitten in der Wueste ankuendigten. Die Geysire sind Oeffnungen in der Erde aus denen nach Schwefel stinkendes warmes Gas meterhoch geschossen kommt. Rundherum sind ueberall Tuempel mit brodelndem Schlamm. Sehr interessant, aber leider immer noch zu kalt, um es so richtig zu geniessen. Das Highlight anschliessend waren definitiv die heissen Quellen. Es war zwar eine Ueberwindung, bei ca. 5 Grad in den Bikini zu schluepfen aber als man dann einmal im 30 Grad heissen Wasser sass, war es wunderbar (erst recht mit Blick auf die dahinterliegenden Lagunen mit fischenden Flamingos :-)). Der letzte Stop der Tour, und damit auch unser letzter Stop in Bolivien, war dann die auf 5000m gelegene Laguna Verde. Ein natuerliches Chemikalien-Gemisch (welches auch immer) sorgt dafuer dass das Wasser sich gruen verfaerbt - echt super schoen! Danach ging es auch schon zur Grenze nach Chile, genauer gesagt nach San Pedro de Atacama.


Die Geysire


Die Laguna Colorada (man beachte die kleinen Punkte = Flamingos!!!)

Aus Bolivien nach Chile einzureisen ist ziemlich zeitintensiv. Die Taschen werden kontrolliert und ein suesser Cocker Spaniel wird als Schnueffelhund eingesetzt, der, auch wenn er etwas erschnueffelt hat, dann doch direkt von seinem Frauchen weitergezogen wurde. Fragt sich wie die Chilenen auf diese Art die Einfuhr von Coca, Drogen oder sonst was verhindern wollen?! In San Pedro haben wir es dann gewagt, eine kleine Mountainbiketour zum Valle de la Muerte zu machen. Keine gute Idee denn es waren 30 (gefuehlte 40) Grad, sodass wir fuer den eigentlich 10 min-Weg mehr als 2 Stunden gebraucht haben :-). Leider war der angepriesene Sonnenuntergang auch nicht so spektakulaer wie erwartet und der Sandsturm hats leider nicht besser gemacht.
Apropos Sandsturm: wir haben richtige Sand-"Tornados" gesehen in dieser Wuestenregion. Die fliegen eigentlich staendig vorbei!


Sandsturm in San Pedro


Lustige Schattenspiele


Die Atacama-Wueste

Ansich hat San Pedro nicht viel zu bieten (ist aber ein durchaus nettes Doerfchen). Wir hatten jedoch das Glueck den 28. Geburtstag der Stadt mitzufeiern. Endlich mal was los! Es gab sogar ein riesiges Feuerwerk (der Unterschied des reichen Chiles im Vergleich zum armen Bolivien ist wirklich enorm und an jeder Ecke zu merken).

Von San Pedro aus gings dann nach Wochen auf durchschnittlich 4000m endlich wieder auf Meereshoehe nach La Serena. Dort haben wir das erste Mal auf unserer Reise einen Supermarkt gesehen! Und dann auch noch gleich ein riesiges Einkaufszentrum! Dort konnten wir auch endlich wieder Duschgel ergattern: in Bolivien gibt es das wirklich nicht zu kaufen! Die Leute dort duschen sich nur mit Blockseife. Shampoos dagegen gibt es in Huelle und Fuelle und sogar die tollsten Marken. Sehr merkwuerdig.


Steffi schreibt dem Weihnachtsmann

In La Serena haben wir neben einem Ausflug ins nahegelegene Obstanbau- und Piscoproduktions-Tal "Valle del Elqui" auch die Sternenwarte besucht. Der Norden von Chile ist voll von Sternwarten, weil hier perfekte Bedingungen zum Sterne observieren herrschen (keine Lichtverschmutzung etc). Daher unterhalten alle moeglichen Laender der Welt hier ein solches Observatorium. Wer den neuen James Bond schon gesehen hat: das Gebaeude, was am Schluss in die Luft fliegt, ist das Observatorium "VLT" in der Atacama-Wueste von Chile ("Very Large Telescope" - witziger Name fuer ein Observatorium). Wir haben uns in La Serena auch den Film angeschaut. Die Handlung spielt ja in Bolivien, gedreht wurde es allerdings in Chile (das erkennt man auf jeden Fall an den asphaltierten Strassen, die es in Bolivien in der Regel nicht gibt - vor allem nicht in der Region!).

Als naechster Stop unserer Reise folgte das wirklich schoene Staedtchen Valparaiso. Die bunten Haeuser liegen auf 42 Huegeln verstreut direkt am Meer. Die Stadt ist voller Kunst: Gedichte, Wandmalereien und Mosaike schmuecken viele Haeuserwaende. Wir haben da einen tollen Reitausflug am Strand gemacht. Echt eindrucksvoll wie die Pferde die hohen Duenen hochgaloppiert sind und an einer sogar den Halt im Sand verloren haben. Sogar Steffi als Nicht-Reiterin ist galoppiert, wenn auch mit kleiner "Sicherheitsleine" (ein extra Zuegel, der noch von einer anderen Reiterin gehalten wurde).


Maler in Valparaiso


Typischer suedamerikanischer Markt


Wir beiden Amazonen :-)

Dann stand noch Santiago de Chile auf dem Programm. Nachdem vor allem die Chilenen selber vor dieser "gefaehrlichen", "unattraktiven" Stadt abgeraten haben, waren wir total positiv ueberrascht. Vielleicht keine Traumstadt aber definitiv eine gepflegte, saubere Stadt mit einigen netten Kolonialgebaeuden, vielen Museen und einem (gemessen an der Groesse) wirklich geordneten Strassenverkehr.

Und dann kam auch schon Mendoza, wo wir uns ja im Moment befinden. Haben hier mit Fahrraedern die Weinstuben der Umgebung abgeklappert und gestern das erste Mal eine komplette Nacht beim Salsatanzen vergehen lassen. Und das nachdem wir beim Hostel-BBQ fast die halbe Kuh verspeist haben, die auf dem Grill vor sich hinbrutzelte!


Manchmal muss zum Weinanbau das Pferd noch ran!


Die halbe Kuh auf dem Grill! Mmmhhhh....

Als naechstes geht es wieder rueber nach Chile (machen grad einen Zick-Zack-Kurs runter in den Sueden) und zwar nach Pucon, die Schweiz von Chile?! Wir sind gespannt!

Soweit also alles super bei uns!
Hoffen, es geht Euch gut! Wir freuen uns wie immer ueber Updates aus der Heimat oder auch aus dem Ausland!

Eure Anja und Steffi


Schonmal frohe Weihnachten euch allen!!!
(Und bewahrt uns ein paar Marzipankartoffeln auf :-))))

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