Hallo zusammen!
Dies ist nun wirklich unser letzter Blog, sorry schonmal fuer die Laenge und die Menge an Fotos - habt ihr halt gut was zu gucken :-) ...
Nachdem wir uns das letzte mal aus El Calafate an Heiligabend gemeldet hatten, sasst ihr wahrscheinlich mit der Familie beim Fondue oder Raclette waehrend wir zwei im Hostel bei einem deftigen argentinischen Barbeque Weihnachten gefeiert haben. Auch wenn sich die Hostelleute echt viel Muehe mit dem Essen gegeben haben, war es schon ein merkwuerdiges Fest – vor allem dann als um 24 Uhr mit Sekt angestossen wurde und draussen ein Feuerwerk losging… Das erinnerte dann doch mehr an Silvester als an die Geburt Jesu!
Weihnachten oder Silvester???
Am 25. ging es dann fuer uns los zum nahegelegenen Gletscher “Perito Moreno” (der einzige Grund welcher uns in dieses Doerfchen verschlagen hat). Das riesige Gletscherfeld mit seinem tuerkisblau schimmernden Eis war echt ein Highlight! Da konnte uns auch das eher truebe Wetter die Stimmung nicht vermiesen.
Der Perito Moreno... RIESIG!!!
Von El Calafate ging es mal wieder ueber die Grenze nach Chile (diesmal mussten wirklich unser Honig und die Knofi-Zehen dran glauben). Unser Ziel war Puerto Natales, von wo aus wir zu unserem 5 Tages Trekking- und Zelttrip in den Nationalpark "Torres del Paine" aufgebrochen sind! Wir waren voll beladen bis obenhin mit kompletter Campingausruestung (Zelt, Schlafsaecken, Campingkocher,...) und natuerlich Essen fuer 5 Tage (Porridge, gaanz viele Nuesse und Trockenfruechte, eine Riesensalami, Craecker... sprich kalorienreiches und platzsparendes Essen). Der Nationalpark ist wirklich traumhaft schoen! Es gibt tolle Gletscher und schneebedeckte Berge - darunter die bekannten "Torres": 3 nebeneinander liegende riesige, turmfoermige Felsen. Ausserdem sieht man im Park ne Menge vom Gletscherwasser tuerkisblau gefaerbte Lagunen (wie in der Karibik!). Das Wetter ist allerdings unberechenbar! Im einen Moment ist man mit Muetze, Schal, Handschuhen, Fliess und Regenjacke ausgestattet, weil es entweder regnet oder ein unglaublicher Wind weht (wir hatten zum Teil 100 km/h Windgeschwindigkeit!!!). Ein paar Minuten spaeter zieht man “alles” wieder aus weil die Sonne auf einen runter brennt! Ebenso extrem wie das Wetter sind auch die Wanderungen! Vom Schwierigkeitsgrad war zwar der Incatrail in Peru anstrengender aber beim Torres del Paine Trek geniesst man (leider) nicht den Luxus von Personen, die fuer einen saemtliche Ausruestung tragen, das Zelt auf- und abbauen, kochen und spuelen, ...! Ausserdem kamen wir auch nicht in den Genuss von heissem Tee, den uns die Traeger jeden Morgen ans Zelt brachten :-( … Tja, und leider haben wir zwei uns am Anfang des Torres-Treks ein wenig auf die faule Haut gelegt: wie kann man bloss in einem Minizelt bei heulendem Wind im wunderschoenen Nationalpark bis 10 Uhr im "Bett" (Zelt) liegen bleiben :-) ??? Das hat sich dann in den letzten Tagen des Treks geraecht! So mussten wir an Silvester mit unserem (geschaetzen) 12 kg schweren Rucksack 10 Stunden lang laufen! Am Zeltplatz angekommen, hatten wir zumindest unglaubliches Glueck noch 2 Plaetze fuer das tolle Silvesterbuffet im angrenzenden Hostel zu reservieren! So gab es statt dem geplanten (auf dem Campingkocher) gebrutzelten Reisgericht ein riesiges 3-Gaenge Buffet vom Feinsten! Allerdings waren wir 2 soo erschoepft und der Gedanke an unseren auf 4.30 Uhr gestellten Wecker (um am naechsten Tag noch zu den tollen Torres zu laufen..) hat uns dann schon um 22 Uhr ins Zelt getrieben... Silvester haben wir also das erste Mal wieder seit ca. 25 Jahren verpennt!! Dafuer haben wir aber wenigstens um 20 Uhr mit anderen Deutschen aufs deutsche Neujahr angestossen! So ganz schaemen muessen wir uns also nicht :-)!
5 Tage Trekking im Torres del Paine erfordert einiges an Verpflegung!
Fast ein bisschen kitschig :-)
Wunderschoenes Panorama...
Die Landschaft kann nur schwer vom 12kg-Rucksack ablenken :-)
Abends wird dann nach 10 Stunden Wanderung bei heulendem Wind versucht Nudelwasser zum Kochen zu bringen...HUNGER!
Endlich oben bei den Torres (6 Uhr morgens) - das hat sich gelohnt!!!
Unser naechster Stop fuehrte uns in die suedlichste Stadt der Welt: Ushuaia in/auf Feuerland! Von hier aus starten die Kreuzer in die Antarktis (1-2 Tage entfernt)! Wir haben mal wieder grunzende Seeloewen und pinguinartige Voegel beobachtet und einen Ausflug in den Nationalpark gemacht. Dort kann man die typische Landschaft Feuerlands geniessen: umgeben von schneebedeckten Bergen gab es VIEL Wald und schoene Seen in einer gruen-gelben Graslandschaft, die von abgestorbenen, weissen Baumen durchzogen ist. Letzteres ist angeblich die Schuld der Biber, die von Einwanderen in das Land gebracht wurden und von deren Nageattacken sich die Baeume Feuerlands nicht erholen koennen. Wirklich sehr schade aber der Biberdamm den wir uns angeschaut haben (leider ohne Bewohner) war schon ziemlich eindrucksvoll.
Blick auf Feuerland
Der Biberdamm im Nationalpark Tierra del Fuego (Feuerland)
Von Ushuaia aus ging dann unser Flieger nach Buenos Aires - naja, zumindest war das so geplant. Als wir allerdings am Flughafen ankamen, erwartete uns eine riiiesige Schlange vor dem Abflugschalter. Da wir noch frueh dran waren, fanden wir das eigentlich nur lustig und Anja zog los um ein Foto der Schlange zu machen. Sie kam voellig aufgeloest zurueck und meinte man haette ihr gesagt, wir sollen ganz ganz schnell in einen Bus steigen. HÄÄ ??? Als uns das Paerchen vor uns in der Schlange dann noch erzaehlte, dass wohl keine Fluege von Ushuaia abgehen da der Radar ausgefallen ist (!!!), beschlossen wir das doch lieber mal zu klaeren…und schafften es so gerade noch in den Bus zu steigen! Wir wurden dann mit den anderen Fluggaesten ins 3 Stunden entfernte Rio Grande zum Militaerflughafen gekarrt! Naja, Flug verlief dann gut und ausser das wir einige Stunden spaeter als geplant ankamen, haben wir es sicher nach B.A. geschafft.
Und da sind wir jetzt und geniessen das Grossstadtleben! Zu allererst hat uns ja die liebe Lena aus Koeln besucht mit der wir dann ein paar Tage durch die Stadt gezogen sind! Am Sonntag war dann wieder die Trennung angesagt (sie nach Mendoza, wir nach Iguazu) aber vorher ist noch das so ungefaehr schrecklichste passiert was einem armen jungen Maedchen auf Reisen passieren kann: Anjas Tasche wurde geklaut! Voellig dreist in einem Internetcafe haben 2 Typen den Kassierer abgelenkt waehrend der 3. vor Anjas Computer-Box irgendwie ihre Tasche unten rausgezogen hat!!! Moeglich dass sogar noch andere Taschenschieber-Helfer involviert waren. Die boese Tat haben wir natuerlich direkt der Polizei gemeldet die mehr mit uns gescherzt haben als uns zu helfen... Mittlerweile haben wir auch das Ueberwachungsvideo – einfach unglaublich wie unverschaemt man sein kann!!! Anja hat sich eine Kopie des Videos machen lassen, ihr koennt euch also auf ein spannendes und gleichzeitig erschreckendes Filmchen "freuen"! Das aergerliche an der ganzen Sache ist, dass wir morgens aus dem Hostel ausgecheckt haben und daher wirklich ALLES in dieser Tasche war: Kamera, Portemonnaie mit 2 Kreditkarten plus Bargeld, iPod, 17GB-USB-Stick, Handy… und natuerlich der Reisepass. Einen Ersatz haben wir zum Glueck mittlerweile bei der Botschaft bekommen, die Heimreise ist also nicht gefaehrdet… Und hoffentlich erstattet die Reisegepaeckversicherung was!
Besuch aus Koelle von der Lena
Zwei Hundesitter mit jeweils ca. 10 Hunden - typisch fuer Buenos Aires!
Der unheimliche Friedhof Recoletta in B.A.... Hier liegt auch "Evita" begraben!
"Ausflug" zur deutschen Botschaft
Zwar hat uns die Taschen-Story ganz schoen die Laune verdorben aber wir haben beschlossen, trotzdem noch am selben Abend Richtung Iguazu zu fahren: unsere letzte lange Busfahrt (18Std). Das Highlight vor Ort sind die Cataratas, RIESIGE und vor allem VIELE Wasserfaelle. Da kann man gut und gerne den ganzen Tag verbringen. Hatten leider unheimlich schlechtes Wetter. Aber trotzdem war alles wunderschoen. Haben uns den Park dann am naechsten Tag nochmal bei Sonnenschein angeguckt, einfach umwerfend!!!
Die Iguazu-Wasserfaelle - man beachte den Schmetterling :-) Erstere aber auch letztere waren riesengross!
Und nochmal Iguazu...
Danach ging es so ziemlich direkt auf in die Pampa! Fuer die, die die Pampa nicht kennen: hier kommt das gute, argentinische Steak her :-) Dieses weidet auf den endlosen, normalerweise gruenen Wiesen (herrscht gerade eine schreckliche Duerre dort). Wir waren die einzigen beiden Gaeste auf einer 1800 Hektar grossen Farm. Kamen daher in den Genuss genau dann reiten zu koennen wann wir wollten und auch immer mit der Betreiberin der Estancia zu essen. Das war echt eine superinteressante, taffe Frau, die uns ne Menge ueber die Geschichte Argentiniens erzaehlen konnte. Unter anderem auch ueber die aktuelle Duerre in der Pampa! Diese ist so schlimm, dass wir selber auf unseren Ausritten viele tote haessliche geierartige Riesenvoegel und sogar ein totes Schaf gesehen haben! Dem See fehlten leider auch ein paar Meter, sodass ueberall Fischgerippe und alte Knochen von Pferden und Kuehen herumlagen. Lecker.
Ausritt durch die Pampa
Die Pampa in der Abendsonne
Nach der Pampa haben wir die letzten Tage noch bei an die 40 Grad und Sonnenschein in Buenos Aires genossen! Das ist echt eine geniale Stadt! Beispielsweise das trendige Palermo; ein wenig so wie London mit dutzenden Laeden kleiner, ausgeflippter, billiger Designer und tollen Bars und Restaurants. Oder auch San Thelmo (wo unser Hostel liegt) mit seinen schoenen Kolonialhaeusern und flohmarktaehnlichen Antiquitaetenlaeden. Dazu gibts viele Parks und natuerlich Tango und Riesensteaks!
Mit Lena haben wir uebrigens eine Milonga besucht, das ist ein Ort wo ganz normale Argentinier zusammenkommen um Tango zu tanzen! Also keine teure, touristische, professionelle Tangoshow die´s hier auch ueberall gibt. Daher hat die Milonga einen ganz besonderen Charme. Witzig, die voellig unterschiedlichen Paare zu beobachten. Ob dick, duenn, begabt oder auch nicht... Sogar ein paar Backpacker samt Trekkingsandalen waren auf der Tanzflaeche zu bestaunen (nein, nicht wir ;-)).
Und Steaks haben wir auch genossen! Die sind hier echt so dick und riesig... einfach lecker! Hatten sogar die Ehre zum richtigen, argentinischen BBQ eingeladen zu werden. Und zwar von zwei Argentiniern, die Anja noch aus ihrer Kopenhagenzeit kannte. In einem netten Haeusschen mit Pool wurden wir wirklich fuerstlich bewirtet und sogar von der Mutter mit Ohrringen und haesslicher Blume fuers Haar als Gastgeschenk bedacht. Aber die Geste zaehlt, echt suess :-).
Beinahe waeren wir allerdings in B.A. schon wieder beraubt worden!!! Wir waren in La Boca, welches generell ein aermeres Stadtviertel ist. Es hat allerdings ein paar sehr touristische Strassenzuege, wo man die bunten Wellblechhaeuser bestaunen kann fuer die La Boca bekannt ist. Und dort auf einer Touri-Strasse am hellichten Tag hat jemand auf einem Mofa beim Fahren versucht, Anja beim fotografieren die Kamera aus der Hand zu reissen - Gott sei Dank hatte sie die Schlinge ums Handgelenk gemacht und hat so gut festgehalten, dass der Dieb keine Chance hatte! Sonst waere auch noch Steffi´s Kamera futsch. Alptraum!

Das ist beim BBQ neben Wuerstchen, geschmolzenem Kaese und viel Bier und Wein in unseren Maegen gelandet :-)

Der Plaza del Mayo - man beachte das rosa Haus, auf dessen Balkon Evita zur Menge sprach!

La Boca - das bunte, arme Stadtviertel indem wir beinahe wieder beraubt wurden.
Tja, jetzt sind die 3 Monate tatsaechlich vorbei! Heute abend gehts mit dem Flieger Richtung Heimat... So schoen das Reisen auch ist (abgesehen von versuchten und erfolgreichen Raubueberfaellen) freuen wir uns beide total auf Deutschland und Euch!!! Wir hoffen ihr habt durch unsere Blogeintraege ein bisschen Suedamerika erleben koennen, bald gibts dann live-Erzaehlungen :-) Morgen (23.) landen wir nachmittags in Frankfurt und werden dann hoffentlich die meisten von Euch sehr bald wieder in die Arme schliessen koennen!
In diesem Sinne: Hasta pronto!
Eure Anja und Steffi
Labels: Ein letzter Gruss aus B.A.

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