Hallo, ihr Lieben!
Schoene Gruesse aus Mendoza (Argentinien), die Stadt der ca. 5 Stunden andauernden Siestas (es ist aber auch wirklich richtig warm hier :-)), des Abendessens um ca. 21.30 Uhr, der riesigen argentinischen Steaks und der viiielen guten und guenstigen Weine!
Seit unserem letzten Bericht ist wieder einiges passiert.
Nach der Abreise aus La Paz ging es nach Potosi (Bolivien), das (mit 4070m ueber dem Meeresspiegel) hoechst gelegenste Staedtchen der Welt. Die Stadt lebt lediglich von ihrer Silbermine, welche wir uns dann direkt mal angeschaut haben!
Die Minentour startete mit dem Einkaufen von Geschenken fuer die Mineros (Arbeiter in den Minen). Denen kauft man dann so nette Sachen wie Dynamit und Cocablaetter. Letzteres hilft vor allem gegen den Hunger - in den Minen wird naemlich nichts gegessen, da alles Essen sofort von Staub und giftigen Gasen verschmutzt werden wuerde (und so ein Arbeitstag dort dauert ca 10-12 Stunden).
Ausgestattet mit Gummistiefeln, Gummihose, Hemd und Helm samt Lampe ging es dann rein in die Mine zu den netten giftigen Gasen! Zu dem Gefuehl nicht mehr atmen zu koennen, kommt eine unglaubliche Hitze. Dazu bewegt man sich zum Teil kriechend durch die engen Gaenge der Mine. Und ab und an wird man mal eben an die Seite gebeten, da ein kleiner Waggon, beladen mit Steinbrocken "voller" Silber und anderer Metalle, auf den Schienen angeschossen kommt. In dieser Mine ist es wirklich kein Problem, leichte Anfaelle von Klaustrophobie zu entwickeln! Wir zwei wollten auch irgendwann einfach nur noch raus aus dieser Hoelle. Gut geholfen gegen die leichte Panik und Fluchtgedanken hat Anjas Tipp, sich vorzustellen, man wuerde gerade durch die Silbermine im Phantasialand fahren und die Waende bestehen alle nur aus Pappe :-)!! Wenn man es schafft die Panik auszuschalten, ist die Mine aber ein absolutes Erlebnis! Die Mineros dort arbeiten uebrigens unter den einfachsten Bedingungen. So wird mit einem kleinem Meissel und ca. 4 Stunden Zeitaufwand ein Loch fuer Dynamit in den harten Fels gehauen (um dann anschliessend ca. 1 qm Felsen rauszusprengen). Diesen harten Job als Minero beginnt man meist schon mit ca. 14 Jahren (Kinderarbeit ist zwar offiziell in Bolivien verboten, aber leider kontrolliert die Regierung die Einhaltung dieses Gesetzes nicht). Die durchschnittliche Lebenserwartung der Mineros betraegt nur 45 Jahre! Wer "Glueck" hat und eine Lungenfunktion von nur noch 20 Prozent nachweisen kann, kommt in den Genuss einer staatlichen Rente - dies aber leider auch nur noch fuer die ca. 5 restlichen Jaehrchen die einen bei einer solchen Lunge noch zu leben bleiben. Das einzig "Gute" was man zu dieser Mine sagen muss: Die Mineros arbeiten dort freiwillig (gut, es gibt in Potosi nicht wirklich viele andere Jobs) und fuer ihre eigene Tasche. Sie sind in einer Art Kollektive organisiert und es gibt keinen Besitzer, der sie irgendwie ausbeuten koennte.
Ende dieser wirklich eindrucksvollen Tour bildete, zurueck im Tageslicht, das Zuenden einer Dynamitstange. Mit brennender Lunte gabs dann fuer jeden das typische Touri-Foto, bevor einer der Mineros mit der tickenden Zeitbombe wegeilte und wir noch eine nette Explosion erleben durften!

Der Minero haut das 4Std-Loch fuers Dynamit!

Wir haben´s ueberlebt!!!
Von Potosi ging es dann weiter nach Uyuni (immer noch Bolivien), eine Stadt die selber nicht viel zu bieten hat ausser als Ausgangspunkt der Touren zu der gleichnamigen Salzwueste zu dienen. Da ging es auch am naechsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein mit Jeep + Rucksaecken auf dem Dach hin (haben wir schon erwaehnt dass wir hier gerade durchschnittlich 25-30 Grad haben?! ;-)). Die Salzwueste ist echt unglaublich schoen: Salz soweit das Auge reicht (ein wahres Paradies fuer Anja!!). Das Weiss blendet richtig in den Augen, wie Schnee! Leider hat das Salz auch seinen Nachteil: die Salzkruste auf der Oberflaeche ist messerscharf und hat leider Anjas Knie bei einem missglueckten Handstand aufgeschnitten. Hat gut gebrannt... Die Nacht haben wir in einem Salzhotel uebernachtet, d.h. die Waende, Stuehle, Tische, Betten etc. waren aus Salzsteinen. Sehr witzig irgendwie. Nur wenn man irgendwo drangestossen ist, hatte man direkt ´n dicken Kratzer. Ansich eine nette Unterkunft, bis auf die Tatsache vielleicht, dass unsere Koechin uns tatsaechlich weis machen wollte, dass die umherkriechenden Motten und Fliegen in der Salzpackung Oregano sind. Haha...

Der "Salar de Uyuni"!

Anja in ihrem persoenlichen Schlaraffenland!

Steffi besteigt die beruehmte "Wasserflasche" ;-)
Ausser der Salzwueste haben wir auf der Tour noch so einige Lagunen gesehen, eine schoener als die andere, und allesamt voll mit rosafarbenen Flamingos! Am tollsten war die Laguna Colorado, oder auch rote Lagune genannt, weil sie total rot schimmert (wegen der Algen)! Wunderschoen! Erwaehnenswert sei nur noch der letzte Morgen, an dem wir um 4 Uhr nachts bei -10 Grad aufstehen mussten!!! Die Wueste ist nachts eine einzige Tiefkuehltruhe! HORROR!!! Wir haben einfach nur ein paar weitere Schichten mehr ueber unsere Schlafklamotten gezogen und haben uns in den Jeep gekuschelt. Sind dann zu den Geysiren gefahren, welche sich schon von weitem durch eine riesige Dampfwolke mitten in der Wueste ankuendigten. Die Geysire sind Oeffnungen in der Erde aus denen nach Schwefel stinkendes warmes Gas meterhoch geschossen kommt. Rundherum sind ueberall Tuempel mit brodelndem Schlamm. Sehr interessant, aber leider immer noch zu kalt, um es so richtig zu geniessen. Das Highlight anschliessend waren definitiv die heissen Quellen. Es war zwar eine Ueberwindung, bei ca. 5 Grad in den Bikini zu schluepfen aber als man dann einmal im 30 Grad heissen Wasser sass, war es wunderbar (erst recht mit Blick auf die dahinterliegenden Lagunen mit fischenden Flamingos :-)). Der letzte Stop der Tour, und damit auch unser letzter Stop in Bolivien, war dann die auf 5000m gelegene Laguna Verde. Ein natuerliches Chemikalien-Gemisch (welches auch immer) sorgt dafuer dass das Wasser sich gruen verfaerbt - echt super schoen! Danach ging es auch schon zur Grenze nach Chile, genauer gesagt nach San Pedro de Atacama.

Die Geysire

Die Laguna Colorada (man beachte die kleinen Punkte = Flamingos!!!)
Aus Bolivien nach Chile einzureisen ist ziemlich zeitintensiv. Die Taschen werden kontrolliert und ein suesser Cocker Spaniel wird als Schnueffelhund eingesetzt, der, auch wenn er etwas erschnueffelt hat, dann doch direkt von seinem Frauchen weitergezogen wurde. Fragt sich wie die Chilenen auf diese Art die Einfuhr von Coca, Drogen oder sonst was verhindern wollen?! In San Pedro haben wir es dann gewagt, eine kleine Mountainbiketour zum Valle de la Muerte zu machen. Keine gute Idee denn es waren 30 (gefuehlte 40) Grad, sodass wir fuer den eigentlich 10 min-Weg mehr als 2 Stunden gebraucht haben :-). Leider war der angepriesene Sonnenuntergang auch nicht so spektakulaer wie erwartet und der Sandsturm hats leider nicht besser gemacht.
Apropos Sandsturm: wir haben richtige Sand-"Tornados" gesehen in dieser Wuestenregion. Die fliegen eigentlich staendig vorbei!

Sandsturm in San Pedro

Lustige Schattenspiele

Die Atacama-Wueste
Ansich hat San Pedro nicht viel zu bieten (ist aber ein durchaus nettes Doerfchen). Wir hatten jedoch das Glueck den 28. Geburtstag der Stadt mitzufeiern. Endlich mal was los! Es gab sogar ein riesiges Feuerwerk (der Unterschied des reichen Chiles im Vergleich zum armen Bolivien ist wirklich enorm und an jeder Ecke zu merken).
Von San Pedro aus gings dann nach Wochen auf durchschnittlich 4000m endlich wieder auf Meereshoehe nach La Serena. Dort haben wir das erste Mal auf unserer Reise einen Supermarkt gesehen! Und dann auch noch gleich ein riesiges Einkaufszentrum! Dort konnten wir auch endlich wieder Duschgel ergattern: in Bolivien gibt es das wirklich nicht zu kaufen! Die Leute dort duschen sich nur mit Blockseife. Shampoos dagegen gibt es in Huelle und Fuelle und sogar die tollsten Marken. Sehr merkwuerdig.

Steffi schreibt dem Weihnachtsmann
In La Serena haben wir neben einem Ausflug ins nahegelegene Obstanbau- und Piscoproduktions-Tal "Valle del Elqui" auch die Sternenwarte besucht. Der Norden von Chile ist voll von Sternwarten, weil hier perfekte Bedingungen zum Sterne observieren herrschen (keine Lichtverschmutzung etc). Daher unterhalten alle moeglichen Laender der Welt hier ein solches Observatorium. Wer den neuen James Bond schon gesehen hat: das Gebaeude, was am Schluss in die Luft fliegt, ist das Observatorium "VLT" in der Atacama-Wueste von Chile ("Very Large Telescope" - witziger Name fuer ein Observatorium). Wir haben uns in La Serena auch den Film angeschaut. Die Handlung spielt ja in Bolivien, gedreht wurde es allerdings in Chile (das erkennt man auf jeden Fall an den asphaltierten Strassen, die es in Bolivien in der Regel nicht gibt - vor allem nicht in der Region!).
Als naechster Stop unserer Reise folgte das wirklich schoene Staedtchen Valparaiso. Die bunten Haeuser liegen auf 42 Huegeln verstreut direkt am Meer. Die Stadt ist voller Kunst: Gedichte, Wandmalereien und Mosaike schmuecken viele Haeuserwaende. Wir haben da einen tollen Reitausflug am Strand gemacht. Echt eindrucksvoll wie die Pferde die hohen Duenen hochgaloppiert sind und an einer sogar den Halt im Sand verloren haben. Sogar Steffi als Nicht-Reiterin ist galoppiert, wenn auch mit kleiner "Sicherheitsleine" (ein extra Zuegel, der noch von einer anderen Reiterin gehalten wurde).

Maler in Valparaiso

Typischer suedamerikanischer Markt

Wir beiden Amazonen :-)
Dann stand noch Santiago de Chile auf dem Programm. Nachdem vor allem die Chilenen selber vor dieser "gefaehrlichen", "unattraktiven" Stadt abgeraten haben, waren wir total positiv ueberrascht. Vielleicht keine Traumstadt aber definitiv eine gepflegte, saubere Stadt mit einigen netten Kolonialgebaeuden, vielen Museen und einem (gemessen an der Groesse) wirklich geordneten Strassenverkehr.
Und dann kam auch schon Mendoza, wo wir uns ja im Moment befinden. Haben hier mit Fahrraedern die Weinstuben der Umgebung abgeklappert und gestern das erste Mal eine komplette Nacht beim Salsatanzen vergehen lassen. Und das nachdem wir beim Hostel-BBQ fast die halbe Kuh verspeist haben, die auf dem Grill vor sich hinbrutzelte!

Manchmal muss zum Weinanbau das Pferd noch ran!

Die halbe Kuh auf dem Grill! Mmmhhhh....
Als naechstes geht es wieder rueber nach Chile (machen grad einen Zick-Zack-Kurs runter in den Sueden) und zwar nach Pucon, die Schweiz von Chile?! Wir sind gespannt!
Soweit also alles super bei uns!
Hoffen, es geht Euch gut! Wir freuen uns wie immer ueber Updates aus der Heimat oder auch aus dem Ausland!
Eure Anja und Steffi

Schonmal frohe Weihnachten euch allen!!!
(Und bewahrt uns ein paar Marzipankartoffeln auf :-))))
Schoene Gruesse aus Mendoza (Argentinien), die Stadt der ca. 5 Stunden andauernden Siestas (es ist aber auch wirklich richtig warm hier :-)), des Abendessens um ca. 21.30 Uhr, der riesigen argentinischen Steaks und der viiielen guten und guenstigen Weine!
Seit unserem letzten Bericht ist wieder einiges passiert.
Nach der Abreise aus La Paz ging es nach Potosi (Bolivien), das (mit 4070m ueber dem Meeresspiegel) hoechst gelegenste Staedtchen der Welt. Die Stadt lebt lediglich von ihrer Silbermine, welche wir uns dann direkt mal angeschaut haben!
Die Minentour startete mit dem Einkaufen von Geschenken fuer die Mineros (Arbeiter in den Minen). Denen kauft man dann so nette Sachen wie Dynamit und Cocablaetter. Letzteres hilft vor allem gegen den Hunger - in den Minen wird naemlich nichts gegessen, da alles Essen sofort von Staub und giftigen Gasen verschmutzt werden wuerde (und so ein Arbeitstag dort dauert ca 10-12 Stunden).
Ausgestattet mit Gummistiefeln, Gummihose, Hemd und Helm samt Lampe ging es dann rein in die Mine zu den netten giftigen Gasen! Zu dem Gefuehl nicht mehr atmen zu koennen, kommt eine unglaubliche Hitze. Dazu bewegt man sich zum Teil kriechend durch die engen Gaenge der Mine. Und ab und an wird man mal eben an die Seite gebeten, da ein kleiner Waggon, beladen mit Steinbrocken "voller" Silber und anderer Metalle, auf den Schienen angeschossen kommt. In dieser Mine ist es wirklich kein Problem, leichte Anfaelle von Klaustrophobie zu entwickeln! Wir zwei wollten auch irgendwann einfach nur noch raus aus dieser Hoelle. Gut geholfen gegen die leichte Panik und Fluchtgedanken hat Anjas Tipp, sich vorzustellen, man wuerde gerade durch die Silbermine im Phantasialand fahren und die Waende bestehen alle nur aus Pappe :-)!! Wenn man es schafft die Panik auszuschalten, ist die Mine aber ein absolutes Erlebnis! Die Mineros dort arbeiten uebrigens unter den einfachsten Bedingungen. So wird mit einem kleinem Meissel und ca. 4 Stunden Zeitaufwand ein Loch fuer Dynamit in den harten Fels gehauen (um dann anschliessend ca. 1 qm Felsen rauszusprengen). Diesen harten Job als Minero beginnt man meist schon mit ca. 14 Jahren (Kinderarbeit ist zwar offiziell in Bolivien verboten, aber leider kontrolliert die Regierung die Einhaltung dieses Gesetzes nicht). Die durchschnittliche Lebenserwartung der Mineros betraegt nur 45 Jahre! Wer "Glueck" hat und eine Lungenfunktion von nur noch 20 Prozent nachweisen kann, kommt in den Genuss einer staatlichen Rente - dies aber leider auch nur noch fuer die ca. 5 restlichen Jaehrchen die einen bei einer solchen Lunge noch zu leben bleiben. Das einzig "Gute" was man zu dieser Mine sagen muss: Die Mineros arbeiten dort freiwillig (gut, es gibt in Potosi nicht wirklich viele andere Jobs) und fuer ihre eigene Tasche. Sie sind in einer Art Kollektive organisiert und es gibt keinen Besitzer, der sie irgendwie ausbeuten koennte.
Ende dieser wirklich eindrucksvollen Tour bildete, zurueck im Tageslicht, das Zuenden einer Dynamitstange. Mit brennender Lunte gabs dann fuer jeden das typische Touri-Foto, bevor einer der Mineros mit der tickenden Zeitbombe wegeilte und wir noch eine nette Explosion erleben durften!
Der Minero haut das 4Std-Loch fuers Dynamit!
Wir haben´s ueberlebt!!!
Von Potosi ging es dann weiter nach Uyuni (immer noch Bolivien), eine Stadt die selber nicht viel zu bieten hat ausser als Ausgangspunkt der Touren zu der gleichnamigen Salzwueste zu dienen. Da ging es auch am naechsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein mit Jeep + Rucksaecken auf dem Dach hin (haben wir schon erwaehnt dass wir hier gerade durchschnittlich 25-30 Grad haben?! ;-)). Die Salzwueste ist echt unglaublich schoen: Salz soweit das Auge reicht (ein wahres Paradies fuer Anja!!). Das Weiss blendet richtig in den Augen, wie Schnee! Leider hat das Salz auch seinen Nachteil: die Salzkruste auf der Oberflaeche ist messerscharf und hat leider Anjas Knie bei einem missglueckten Handstand aufgeschnitten. Hat gut gebrannt... Die Nacht haben wir in einem Salzhotel uebernachtet, d.h. die Waende, Stuehle, Tische, Betten etc. waren aus Salzsteinen. Sehr witzig irgendwie. Nur wenn man irgendwo drangestossen ist, hatte man direkt ´n dicken Kratzer. Ansich eine nette Unterkunft, bis auf die Tatsache vielleicht, dass unsere Koechin uns tatsaechlich weis machen wollte, dass die umherkriechenden Motten und Fliegen in der Salzpackung Oregano sind. Haha...
Der "Salar de Uyuni"!
Anja in ihrem persoenlichen Schlaraffenland!
Steffi besteigt die beruehmte "Wasserflasche" ;-)
Ausser der Salzwueste haben wir auf der Tour noch so einige Lagunen gesehen, eine schoener als die andere, und allesamt voll mit rosafarbenen Flamingos! Am tollsten war die Laguna Colorado, oder auch rote Lagune genannt, weil sie total rot schimmert (wegen der Algen)! Wunderschoen! Erwaehnenswert sei nur noch der letzte Morgen, an dem wir um 4 Uhr nachts bei -10 Grad aufstehen mussten!!! Die Wueste ist nachts eine einzige Tiefkuehltruhe! HORROR!!! Wir haben einfach nur ein paar weitere Schichten mehr ueber unsere Schlafklamotten gezogen und haben uns in den Jeep gekuschelt. Sind dann zu den Geysiren gefahren, welche sich schon von weitem durch eine riesige Dampfwolke mitten in der Wueste ankuendigten. Die Geysire sind Oeffnungen in der Erde aus denen nach Schwefel stinkendes warmes Gas meterhoch geschossen kommt. Rundherum sind ueberall Tuempel mit brodelndem Schlamm. Sehr interessant, aber leider immer noch zu kalt, um es so richtig zu geniessen. Das Highlight anschliessend waren definitiv die heissen Quellen. Es war zwar eine Ueberwindung, bei ca. 5 Grad in den Bikini zu schluepfen aber als man dann einmal im 30 Grad heissen Wasser sass, war es wunderbar (erst recht mit Blick auf die dahinterliegenden Lagunen mit fischenden Flamingos :-)). Der letzte Stop der Tour, und damit auch unser letzter Stop in Bolivien, war dann die auf 5000m gelegene Laguna Verde. Ein natuerliches Chemikalien-Gemisch (welches auch immer) sorgt dafuer dass das Wasser sich gruen verfaerbt - echt super schoen! Danach ging es auch schon zur Grenze nach Chile, genauer gesagt nach San Pedro de Atacama.

Die Geysire
Die Laguna Colorada (man beachte die kleinen Punkte = Flamingos!!!)
Aus Bolivien nach Chile einzureisen ist ziemlich zeitintensiv. Die Taschen werden kontrolliert und ein suesser Cocker Spaniel wird als Schnueffelhund eingesetzt, der, auch wenn er etwas erschnueffelt hat, dann doch direkt von seinem Frauchen weitergezogen wurde. Fragt sich wie die Chilenen auf diese Art die Einfuhr von Coca, Drogen oder sonst was verhindern wollen?! In San Pedro haben wir es dann gewagt, eine kleine Mountainbiketour zum Valle de la Muerte zu machen. Keine gute Idee denn es waren 30 (gefuehlte 40) Grad, sodass wir fuer den eigentlich 10 min-Weg mehr als 2 Stunden gebraucht haben :-). Leider war der angepriesene Sonnenuntergang auch nicht so spektakulaer wie erwartet und der Sandsturm hats leider nicht besser gemacht.
Apropos Sandsturm: wir haben richtige Sand-"Tornados" gesehen in dieser Wuestenregion. Die fliegen eigentlich staendig vorbei!
Sandsturm in San Pedro
Lustige Schattenspiele
Die Atacama-Wueste
Ansich hat San Pedro nicht viel zu bieten (ist aber ein durchaus nettes Doerfchen). Wir hatten jedoch das Glueck den 28. Geburtstag der Stadt mitzufeiern. Endlich mal was los! Es gab sogar ein riesiges Feuerwerk (der Unterschied des reichen Chiles im Vergleich zum armen Bolivien ist wirklich enorm und an jeder Ecke zu merken).
Von San Pedro aus gings dann nach Wochen auf durchschnittlich 4000m endlich wieder auf Meereshoehe nach La Serena. Dort haben wir das erste Mal auf unserer Reise einen Supermarkt gesehen! Und dann auch noch gleich ein riesiges Einkaufszentrum! Dort konnten wir auch endlich wieder Duschgel ergattern: in Bolivien gibt es das wirklich nicht zu kaufen! Die Leute dort duschen sich nur mit Blockseife. Shampoos dagegen gibt es in Huelle und Fuelle und sogar die tollsten Marken. Sehr merkwuerdig.
Steffi schreibt dem Weihnachtsmann
In La Serena haben wir neben einem Ausflug ins nahegelegene Obstanbau- und Piscoproduktions-Tal "Valle del Elqui" auch die Sternenwarte besucht. Der Norden von Chile ist voll von Sternwarten, weil hier perfekte Bedingungen zum Sterne observieren herrschen (keine Lichtverschmutzung etc). Daher unterhalten alle moeglichen Laender der Welt hier ein solches Observatorium. Wer den neuen James Bond schon gesehen hat: das Gebaeude, was am Schluss in die Luft fliegt, ist das Observatorium "VLT" in der Atacama-Wueste von Chile ("Very Large Telescope" - witziger Name fuer ein Observatorium). Wir haben uns in La Serena auch den Film angeschaut. Die Handlung spielt ja in Bolivien, gedreht wurde es allerdings in Chile (das erkennt man auf jeden Fall an den asphaltierten Strassen, die es in Bolivien in der Regel nicht gibt - vor allem nicht in der Region!).
Als naechster Stop unserer Reise folgte das wirklich schoene Staedtchen Valparaiso. Die bunten Haeuser liegen auf 42 Huegeln verstreut direkt am Meer. Die Stadt ist voller Kunst: Gedichte, Wandmalereien und Mosaike schmuecken viele Haeuserwaende. Wir haben da einen tollen Reitausflug am Strand gemacht. Echt eindrucksvoll wie die Pferde die hohen Duenen hochgaloppiert sind und an einer sogar den Halt im Sand verloren haben. Sogar Steffi als Nicht-Reiterin ist galoppiert, wenn auch mit kleiner "Sicherheitsleine" (ein extra Zuegel, der noch von einer anderen Reiterin gehalten wurde).
Maler in Valparaiso

Typischer suedamerikanischer Markt
Wir beiden Amazonen :-)
Dann stand noch Santiago de Chile auf dem Programm. Nachdem vor allem die Chilenen selber vor dieser "gefaehrlichen", "unattraktiven" Stadt abgeraten haben, waren wir total positiv ueberrascht. Vielleicht keine Traumstadt aber definitiv eine gepflegte, saubere Stadt mit einigen netten Kolonialgebaeuden, vielen Museen und einem (gemessen an der Groesse) wirklich geordneten Strassenverkehr.
Und dann kam auch schon Mendoza, wo wir uns ja im Moment befinden. Haben hier mit Fahrraedern die Weinstuben der Umgebung abgeklappert und gestern das erste Mal eine komplette Nacht beim Salsatanzen vergehen lassen. Und das nachdem wir beim Hostel-BBQ fast die halbe Kuh verspeist haben, die auf dem Grill vor sich hinbrutzelte!
Manchmal muss zum Weinanbau das Pferd noch ran!
Die halbe Kuh auf dem Grill! Mmmhhhh....
Als naechstes geht es wieder rueber nach Chile (machen grad einen Zick-Zack-Kurs runter in den Sueden) und zwar nach Pucon, die Schweiz von Chile?! Wir sind gespannt!
Soweit also alles super bei uns!
Hoffen, es geht Euch gut! Wir freuen uns wie immer ueber Updates aus der Heimat oder auch aus dem Ausland!
Eure Anja und Steffi
Schonmal frohe Weihnachten euch allen!!!
(Und bewahrt uns ein paar Marzipankartoffeln auf :-))))
Labels: Gruesse aus Mendoza

1 Comments:
ich seh schon, ihr lasst es euch wieder gut gehen.. mit den pferden durch die prärie ist natürlich auch sehr geil:) Viele Grüße aus Kölle und schöne Weihnachten!
Tim
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