Hallo zusammen!
Viele Gruesse von uns beiden aus Cuzco, der fuer uns bisher schoensten Stadt hier in Peru.
Uns beiden geht es soweit gut, auch wenn sich die Liste der Mini-Krankheiten staendig erweitert!:-) Momentaner Favorit ist der schlimmste Muskelkater unseres Lebens. Wir gehen wie 2 alte Frauen und das ist aeusserst unguenstig bei Perus Verkehr wo die Debatte "ich bremse nicht fuer Fussgaenger" gilt!
Der Muskelkater kommt uebrigens von einem schoenen Trip in den Colca Canyon in der Naehe von Arequipa (unser vorheriger Stop, die "weissen Stadt" wegen den weissen Steinen aus denen die meisten Haeuser gebaut sind). In den Canyon sind wir am Mittwoch fuer 2 Tage aufgebrochen. Da man diese Tour normalerweise in 3 Tagen macht, waren wir ganz alleine mit unserem Guide unterwegs (welch ein Luxus). Wer sich das Travellerleben entspannt vorstellt: falsch! Beide Naechte ging es um 4 oder 5 Uhr Nachts aus dem Bett und dann wurde einige Stunden steil auf oder abwaerts gewandert. Auch in der Nacht war nach den bisherigen Tagen im luxurioesen 2er Zimmer mit eigenem Bad das echte Backpackerleben angesagt. Wir haben in einer kleinen Oase ohne Elektrizitaet und in einer Lehmhuette mit Plastikplane als Fenster uebernachtet. Der Gang zum Bambushuettchen was sich " Bad" nannte, haette nachts einige Minuten Weg mit Taschenlampe erfordert - daher wurde dann doch die unkomplizierte Variante vor der Huette genommen :-). Beim Aufstieg am zweiten Tag waren wir beide so fertig, dass wir es (auch wenn es in der wunderschoenen Natur schon fast ein Verbrechen war) nicht mehr ohne Unterstuetzung des iPods ausgehalten haben, weiterzulaufen. Aber ohne Fruehstueck um 5 Uhr morgens einen Berg hochzuklettern ist trotz schoener Natur einfach nur furchtbar! :-) Trotzdem war der Trip im Nachhinein nur toll und wir so stolz, dass wir nicht die einfache Variante des Muli-Ritts auf den Berg hinauf gewaehlt hatten. Zwischendrin konnte man auf dem Trek, wie auch sonst an jeder Ecke hier, Mate de Coca (Cocatee) gegen die Hoehenkrankheit trinken (Arequipa liegt immerhin schon 2335 Meter ueberm Meeresspiegel). Die Coca-Blaetter sind uebrigens in Deutschland, aber auch schon beim Grenzuebergang zu Argentinien und Chile, illegal, weil aus ihnen Kokain hergestellt wird :-) Aber keine Sorge - der Tee wird hier wirklich nur aus medizinischen Gruenden getrunken und hilft auch tatsaechlich (andere Wirkungen blieben bisher leider aus ;-)).
In Arequipa haben wir dann auch das erste Mal echtes Alpaka-Filet gegessen - Alpakas sind mit den Lamas verwandt, nur noch viel suesser und haben wesentlich mehr weiche Wolle (die auch sehr gern zu Kleidung etc. verarbeitet wird). Zum Glueck haben wir erst welche live gesehen nachdem wir sie gegessen haben :-).

Suesses Alpaka
Vor Arequipa waren wir ja noch in Pisco (siehe letzter Bericht) um dann zu den Islas Ballestas zu fahren. Wie erwartet haben wir jede Menge Guano-produzierende Voegel gesehen (die Felsen waren zum Teil schneeweiss) und Anja hat auch eine gute Ladung abbekommen. Naja, soll ja Glueck bringen :-). Ansonsten gab es viele Pelikane, Pinguine und Seeloewen zu sehen aber leider keine Delphine. Nach der Bootstour sind wir dann noch in den benachbarten Paracas Nationalpark gefahren wo man die Wueste mal von ihrer schoenen Seite sehen konnte: tolle Kuestengebilde, riesige Sandhuegel und sogar eine in Sand gezeichnete Figur aus den Zeiten wo die Spanier in Peru eingefallen sind (schon zu vergleichen mit den beruehmten Nasca-Linien die ja aus der Inka-Zeit stammen: auf die haben wir verzichtet weil man mit dem Flugzeug drueber fliegen muss und es schon zu einigen Abstuerzen inkl. Toten kam!!).

Zerstoertes Haus in Pisco

Hafen in Paracas

Seehunde auf Islas Ballestas

Pelikane am Hafen von Paracas

Riesenfisch, wurde komplett verspeist!
Anschliessend gings 13 Stunden im Bus nach Huacachina bei Ica, einer kleinen Oase an der Suedkueste Perus. Dort trifft man nur Backpacker weil es ein wirkliches Paradies fuers Sandboarden auf den RIESIGEN Duenen ist. Das haben wir natuerlich auch direkt mal ausprobiert. Allerdings klappte die Variante des aufs-Board-legens, um so herunterzurutschen, besser als das wirkliche Stehen (da immer wieder Sand aufs Board kam konnte man sich leider immer nur Sekunden stehend halten). Auf jeden Fall ein ziemlicher Spass!

Wie hat Anja das nur geschafft???
Am Freitag abend ging es dann mit dem Nachtbus 10 Stunden nach Cusco (das liegt nochmal 1000m hoeher). Von dort werden wir heute Nacht um 5 den 4-taegigen Incatrek zum Machu Picchu (beruehmte Inca-Stadt in den Anden) starten. Bei unserem immernoch anhaltenden Muskelkater keine schoene Vorstellung - aber wir werden das schon packen und freuen uns darauf mal wieder an unsere koerperlichen Grenzen zu stossen ;-).
Wir hoffen zu Hause ist auch alles in Ordnung und es geht euch gut!
Bis bald,
Eure Anja und Steffi
