estefy en Mexico

Freitag, Oktober 31, 2008

Hallo zusammen!

Viele Gruesse von uns beiden aus Cuzco, der fuer uns bisher schoensten Stadt hier in Peru.

Uns beiden geht es soweit gut, auch wenn sich die Liste der Mini-Krankheiten staendig erweitert!:-) Momentaner Favorit ist der schlimmste Muskelkater unseres Lebens. Wir gehen wie 2 alte Frauen und das ist aeusserst unguenstig bei Perus Verkehr wo die Debatte "ich bremse nicht fuer Fussgaenger" gilt!

Der Muskelkater kommt uebrigens von einem schoenen Trip in den Colca Canyon in der Naehe von Arequipa (unser vorheriger Stop, die "weissen Stadt" wegen den weissen Steinen aus denen die meisten Haeuser gebaut sind). In den Canyon sind wir am Mittwoch fuer 2 Tage aufgebrochen. Da man diese Tour normalerweise in 3 Tagen macht, waren wir ganz alleine mit unserem Guide unterwegs (welch ein Luxus). Wer sich das Travellerleben entspannt vorstellt: falsch! Beide Naechte ging es um 4 oder 5 Uhr Nachts aus dem Bett und dann wurde einige Stunden steil auf oder abwaerts gewandert. Auch in der Nacht war nach den bisherigen Tagen im luxurioesen 2er Zimmer mit eigenem Bad das echte Backpackerleben angesagt. Wir haben in einer kleinen Oase ohne Elektrizitaet und in einer Lehmhuette mit Plastikplane als Fenster uebernachtet. Der Gang zum Bambushuettchen was sich " Bad" nannte, haette nachts einige Minuten Weg mit Taschenlampe erfordert - daher wurde dann doch die unkomplizierte Variante vor der Huette genommen :-). Beim Aufstieg am zweiten Tag waren wir beide so fertig, dass wir es (auch wenn es in der wunderschoenen Natur schon fast ein Verbrechen war) nicht mehr ohne Unterstuetzung des iPods ausgehalten haben, weiterzulaufen. Aber ohne Fruehstueck um 5 Uhr morgens einen Berg hochzuklettern ist trotz schoener Natur einfach nur furchtbar! :-) Trotzdem war der Trip im Nachhinein nur toll und wir so stolz, dass wir nicht die einfache Variante des Muli-Ritts auf den Berg hinauf gewaehlt hatten. Zwischendrin konnte man auf dem Trek, wie auch sonst an jeder Ecke hier, Mate de Coca (Cocatee) gegen die Hoehenkrankheit trinken (Arequipa liegt immerhin schon 2335 Meter ueberm Meeresspiegel). Die Coca-Blaetter sind uebrigens in Deutschland, aber auch schon beim Grenzuebergang zu Argentinien und Chile, illegal, weil aus ihnen Kokain hergestellt wird :-) Aber keine Sorge - der Tee wird hier wirklich nur aus medizinischen Gruenden getrunken und hilft auch tatsaechlich (andere Wirkungen blieben bisher leider aus ;-)).

In Arequipa haben wir dann auch das erste Mal echtes Alpaka-Filet gegessen - Alpakas sind mit den Lamas verwandt, nur noch viel suesser und haben wesentlich mehr weiche Wolle (die auch sehr gern zu Kleidung etc. verarbeitet wird). Zum Glueck haben wir erst welche live gesehen nachdem wir sie gegessen haben :-).


Suesses Alpaka

Vor Arequipa waren wir ja noch in Pisco (siehe letzter Bericht) um dann zu den Islas Ballestas zu fahren. Wie erwartet haben wir jede Menge Guano-produzierende Voegel gesehen (die Felsen waren zum Teil schneeweiss) und Anja hat auch eine gute Ladung abbekommen. Naja, soll ja Glueck bringen :-). Ansonsten gab es viele Pelikane, Pinguine und Seeloewen zu sehen aber leider keine Delphine. Nach der Bootstour sind wir dann noch in den benachbarten Paracas Nationalpark gefahren wo man die Wueste mal von ihrer schoenen Seite sehen konnte: tolle Kuestengebilde, riesige Sandhuegel und sogar eine in Sand gezeichnete Figur aus den Zeiten wo die Spanier in Peru eingefallen sind (schon zu vergleichen mit den beruehmten Nasca-Linien die ja aus der Inka-Zeit stammen: auf die haben wir verzichtet weil man mit dem Flugzeug drueber fliegen muss und es schon zu einigen Abstuerzen inkl. Toten kam!!).




Zerstoertes Haus in Pisco


Hafen in Paracas


Seehunde auf Islas Ballestas


Pelikane am Hafen von Paracas


Riesenfisch, wurde komplett verspeist!

Anschliessend gings 13 Stunden im Bus nach Huacachina bei Ica, einer kleinen Oase an der Suedkueste Perus. Dort trifft man nur Backpacker weil es ein wirkliches Paradies fuers Sandboarden auf den RIESIGEN Duenen ist. Das haben wir natuerlich auch direkt mal ausprobiert. Allerdings klappte die Variante des aufs-Board-legens, um so herunterzurutschen, besser als das wirkliche Stehen (da immer wieder Sand aufs Board kam konnte man sich leider immer nur Sekunden stehend halten). Auf jeden Fall ein ziemlicher Spass!


Wie hat Anja das nur geschafft???

Am Freitag abend ging es dann mit dem Nachtbus 10 Stunden nach Cusco (das liegt nochmal 1000m hoeher). Von dort werden wir heute Nacht um 5 den 4-taegigen Incatrek zum Machu Picchu (beruehmte Inca-Stadt in den Anden) starten. Bei unserem immernoch anhaltenden Muskelkater keine schoene Vorstellung - aber wir werden das schon packen und freuen uns darauf mal wieder an unsere koerperlichen Grenzen zu stossen ;-).

Wir hoffen zu Hause ist auch alles in Ordnung und es geht euch gut!
Bis bald,
Eure Anja und Steffi

Freitag, Oktober 24, 2008

Hola chicos!

Wir zwei sind gut in Peru angekommen! Nach dem luxerioesen 10-stuendigem Lufthansaflug gab es nach einem kurzen Zwischenstopp in Caracas 4 Stunden Angst und Turbulenzen in der Tacna-Maschine nach Lima. Nachdem wir brav ein sicheres Taxi in unser Hotel genommen haben (es gibt jede Menge nicht registrierte Taxen in Lima, auf die man besser verzichten sollte es sei denn man will entfuehrt und ausgeraubt werden), bekamen wir auf der Fahrt den ersten Eindruck von Lima: versmogt, duester, dreckig, zerfallen, sehr arm, keine anderen Touristen, ein paar schoene Kolonialgebaeude. Da wir im Gegensatz zu allen anderen Touristen unser Quartier im Zentrum und nicht im schicken Stadtteil Miraflores hatten, wurde uns direkt nahegelegt nach Anbruch der Dunkelheit das Hotel nicht mehr zu verlassen (und das ist schon um 19 Uhr der Fall...ein Kartenspiel fuer lange Abende wurde direkt mal gekauft). Unser Hotel war zwar etwas muffig und traeumte vom Glanz vergangener Tage; es war dennoch sehr herrschaftlich und Ort von staendig stattfindenen, wichtigen Kongressen....ausserdem gab es dort das Nationalgetraenk Perus, den "Pisco Sour" zu trinken :-) (Piscoschnaps, Limettensaft, Zucker und ein aufgeschlagenes Eiweiss). Auch wenn Lima definitiv keine Traumstadt ist, haben wir beide uns gut darin zurechtgefunden und man merkt anhand der schoenen Kolonialhaueser, die aber bei naeherem Hinsehen nur noch einer Baracke gleichen, dass diese Stadt mit mehr Geld wesentlich glanzvoller sein koennte.
Die generelle Armut des Landes Perus wurde uns dann weiter bewusst nachdem wir mit dem Bus die Suedkueste Richtung Pisco langfuhren. Die Fahrt fand mit der "schicken" Busgesellschaft Flores statt (Zitat des Taxifahrers der uns zum Busbahnhof brachte: "Ich wuensche Euch viel Glueck!!!"...dies wurde begleitet von einem letzten Haendeschuetteln?!). Waehrend der Busfahrt stiegen staendig Leute ein um fuer ein paar Soles ihre Fruechte, Snacks oder auch zusammenklappbare Zahnbuersten und gegen Impotenz und Diabetes wirkende Schokolade an den Mann zu bringen und nach 50 Kilometern wieder auszusteigen. Im Gegensatz zu Deutschland scheint in Peru zumindest jeder zu versuchen auf irgendeine Art und Weise sich etwas Geld zu verdienen.
Nun sind wir in Pisco agekommen. Nach dem Lonely Planet-Reisefuehrer haben wir ein nettes Staedtchen am Meer erwartet - leider hatte dieser noch nicht das am 15. August 2007 stattfindende Erdbeben beruecksichtigt. Dabei wurde Pisco zu 80 Prozent zerstoert und wir zwei befinden uns gerade in dem wohl einzigem noch erhaltenden dreistoeckigem Gebaeude der Stadt..ein sehr nettes, familienbetriebenes Hostel. Morgen schauen wir uns die Islas Ballestas und den Nationalpark Paracas an und hoffen Seeloewen, Pinguine, Flamingos, Delphine und viele Guano-produzierende Voegel zu sehen. Fuer alle die es nicht wissen: Guano ist Vogelscheisse und wurde Dank seiner Nutzbarkeit als Duengemittel im 19 Jahrhundert Perus wichtigstes Exportprodukt (es gab sogar einen "Guanokrieg" zwischen Spanien und Peru). Daher gilt auf der Bootstour morgen: Kopfbedeckung ist Pflicht.

Wir lassen bald wieder von uns hoeren und dann gibt es wahrscheinlich auch mal ein paar Fotos...
Bis dahin! Wir freuen uns ueber jede Nachricht von Euch!

Ganz liebe Gruesse aus Pisco vom anderen Ende der Welt!

Anja und Steffi (mit dem ersten dicken Sonnenbrand)

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